06.09.2010 Gemeinde­vertreter unter­stützen Ansied

Dienst­leistungs­zentrums in Seddin

SEDDINER SEE - Einstimmig haben die Gemeindevertreter in Seddiner See auf der jüngsten Sitzung ihren Willen bekundet, das Areal des leer stehenden Seddiner Rewe-Marktes für das Projekt Dienstleistungen und ortsnahe Rundum-Versorgung (Dorv) freihalten zu wollen. Dies teilte Olaf Leistner, Mitglied der neunköpfigen Projektsteuerungsgruppe Dorv Seddin, am Samstag auf einer einberufenen Versammlung von Bürgern und Ortsbeiräten mit.

Eine Analyse hatte Anfang Juni ergeben, dass sowohl Kaufkraft als auch die Bereitschaft der Einwohner und eine geeignete Immobilie vorhanden wären, um ein Versorgungszentrum für die Ortsteile Seddin und Kähnsdorf in Seddin zu schaffen (MAZ berichtete). "Es geht nicht um Brötchen und Butter, sondern um ein echtes Dienstleistungszentrum", sagte Heinz Frey, Mitbegründer der Dorv-Zentrum GmbH im westfälischen Jülich. Man wolle eine Rundum-Versorgung gewährleisten.

Derzeit sind Anwohner und Ehrenamtliche dabei, Fragebögen an alle Haushalte der beiden Ortsteile zu verteilen, in denen der Warenbedarf abgefragt wird. Vier Wochen Zeit haben die 1400 Einwohner Seddins und Kähnsdorfs nun, ihren Bedarf anzumelden. Anschließend sollen die Daten von der Dorv-Zentrale in Jülich ausgewertet werden. Die Kosten dafür würden nach wie vor durch den Generali Zukunftsfonds getragen, erklärte Olaf Leistner.

Ungeklärt ist die Frage nach einer Anschubfinanzierung. Möglich seien Mittel aus Fördertöpfen der EU und des Landes, diese würden ebenso wie Investoren derzeit geprüft, teilte Leistner mit. Die Bereitschaft zum Zeichnen sogenannter "Bürgeraktien" im Wert von je 100 Euro wird im Fragenkatalog ebenso ermittelt wie die Wünsche der örtlichen Jugend. Diese vor Ort zu halten, scheint bitter nötig, denn die Einwohnerzahl in Seddin und Kähnsdorf ist um sieben Prozent gesunken, der Anteil der 51- bis 70-Jährigen um elf Prozent gestiegen.

Zum Zustand des möglichen Dorv-Zentrums befragt, erklärte Leistner, dass ein Wertgutachten von 2007 dem ehemaligen Rewe-Gebäude einen brauchbaren baulichen Zustand bescheinigt. Bei einer ersten Besichtigung sei aufgefallen, dass der Markt innen sehr verbaut ist. Vor allem Dachdeckerarbeiten seien vonnöten, sagt das Mitglied des Dorv-Projekts und verweist auch auf den Sanierungsbedarf. Das Amt Seddiner See hatte bereits in der ersten Projektphase zugesagt, das gemeindeeigene Objekt für "Dorv" zur Verfügung stellen zu wollen. Auch darüber hinaus versprach man Unterstützung. Leistner zeigt sich zuversichtlich: "Ich bin optimistisch, dass wir das Projekt stemmen, aber es wird wohl mindestens zwei Jahre dauern", sagte er im Hinblick auf künftige Aufgaben. So muss noch ein Bau- und Betreiberkonzept erarbeitet werden. (Von Stephan Reitzig)

Märkische Allgemeine vom 6.9.2010 -


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