18.05.2012120 Lipperreiher informieren sich über L

Projekt könnte die Nahversorgung vor Ort sichern. Oerlinghausen-Lipperreihe. Einen neuen Lebensmittelmarkt wird es in Lipperreihe nur geben, wenn die Bürger selbst aktiv werden. Das ist die zentrale Botschaft der Bürgerversammlung, zu der die Stadtverwaltung am Dienstagabend in die Lipperreiher Kirche eingeladen hatte.





Seit der Schließung des Elli-Marktes sieht es im Ort schlecht aus mit der Nahversorgung. Das so genannte DORV-Zentrum könnte eine Alternative sein. Die Abkürzung DORV steht für Dienstleistung und ortsnahe Rundumversorgung und ist das Erfolgsrezept, mit dem in Jülich-Barmen ein Lebensmittelmarkt von Bürgern für Bürger betrieben wird. Die Barmener standen vor einigen Jahren vor dem gleichen Problem wie die Lipperreiher und gründeten daraufhin selbst einen Lebensmittelmarkt.

Dieser richtet sich ausschließlich nach den Bedürfnissen der Dorfbewohner und ist ein voller Erfolg. Das DORV-Zentrum ist dabei mehr als nur ein Lebensmittelgeschäft, denn die Bürger können dort auch einfache Verwaltungsangelegenheiten erledigen oder am Geldautomaten Bargeld abheben. Auch eine Arztpraxis und ein Begegnungszentrum sind angeschlossen. Das DORV-Zentrum wird somit zum Mittelpunkt des dörflichen Lebens, wichtige infrastrukturelle Angebote sind hier unter einem Dach gebündelt.

Ein Modell, das auch in Lipperreihe funktionieren könnte, sagen Christian Klems und Jürgen Spelthann vom DORV-Zentrum Jülich-Barmen. Sie haben errechnet, dass sich in Lipperreihe ein Bürgerladen lohnt, wenn pro Tag etwa 190 Menschen dort einkaufen würden (Lipperreihe hat knapp 3.100 Einwohner).

Zudem seien die Rahmenbedingungen mit den leer stehenden Räumen des ehemaligen Elli-Marktes ideal. Allerdings steht und fällt ein solches Projekt mit den Bürgern: "Es muss jedem klar sein, dass der Erfolg davon abhängt, ob die Leute auch hingehen", betonte Jürgen Spelthann. Das bedeute nicht, dass die Menschen ausschließlich ihre Einkäufe im Bürgerladen tätigen müssten. "Ein DORV-Zentrum kann nicht mit einem Discounter konkurrieren und alles anbieten", erklärte er. Um ein solches Projekt zu realisieren, sei im Vorfeld viel ehrenamtliches Engagement notwendig.

Eine Lenkungsgruppe müsse gegründet werden, die die Bedürfnisse der Bürger ermittelt, potenzielle Partner mit ins Boot holt und die Anschubfinanzierung organisiert, beispielsweise durch die Ausgabe von Anleihen. "Alle müssen zusammenarbeiten, damit es funktioniert", so Jürgen Spelthann.

(Quelle: Lippische Landeszeitung)


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